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Der Pinsel kommt triefend aus dem Wasserglas, auf dem Blatt entsteht eine bräunliche Pfütze, und das Papier wellt sich. Bei Wasserfarben entscheidet die Wassermenge mehr über das Bild als die Farbe selbst — und genau damit lassen sich Kinder spielen lassen.
Alle Projekte, Altersangaben und Zeiten stammen aus der Projektdatenbank von klebegeister.de: Einschätzungen der Seite, keine Normwerte, Stand 28.10.2026.
Viel Wasser lässt die Farbe laufen, wenig Wasser lässt sie decken
Stand 28.10.2026 stehen Wasserfarben bei 14 Projekten der Datenbank auf der Materialliste. Die Projektkarten geben dabei sehr unterschiedliche Anweisungen zum Wasser, je nachdem, was die Farbe tun soll:
| Projekt | Wasser laut Projektkarte | Warum |
|---|---|---|
| Pustebild mit dem Strohhalm | viel, flüssig angerührt | Der Tropfen muss sich wegpusten lassen |
| Salzbild mit Wasserfarbe | flüssig, aber nur antupfen | Ein triefender Pinsel weicht Kleber und Karton auf |
| Rollbild mit Kastanien | wenig, dick angerührt | Die Kastanien sollen sichtbare Spuren ziehen |
| Fledermaus und Pinguin aus der Klopapierrolle | wenig | Sonst wird Schwarz grau und die Rolle weich |
| Raupe aus dem Eierkarton | nur wenig verdünnen | Sonst weicht die Pappe auf |
| Jahreskalender mit eigenen Bildern | nicht zu nass | Tonkarton wellt sich weniger |
Als Faustregel ergibt sich: Wer Effekte will, nimmt viel Wasser auf festem Papier; wer auf Pappe deckend malen will, nimmt wenig. Ein Wasserglas zum Auswaschen und ein zweites mit sauberem Wasser zum Anrühren halten die Farben klarer.
Drei Techniken, bei denen die Farbe selbst arbeitet
Beim Pustebild setzt das Kind einen großen Tropfen aufs Papier und pustet ihn durch den Strohhalm in Ästen auseinander; aus den Formen werden danach Bäume, Haare oder Monster. Beim Salzbild zieht das Kind Linien aus Bastelkleber, streut Salz darauf und tupft flüssige Farbe an die Salzlinie, die sie von selbst weiterleitet. Beim Rollbild schwenkt es einen Karton, in dem Kastanien durch dicke Farbkleckse rollen.
Pustebild mit dem Strohhalm
- Alter 4–9 Jahre
- Bastelzeit ≈ 15 min
- Trocknen ≈ 30 min
Jedes Bild wird anders, und gemalt wird nur mit dem Atem.
Material: Druckerpapier (weiß) (2–3 Blatt), Wasserfarbkasten (1 Kasten), Borstenpinsel (dick) (1), Trinkhalme (Papier) (1 je Kind), Joghurtbecher (2–3 zum Anrühren)
Salzbild mit Wasserfarbe
- Alter 4–9 Jahre
- Bastelzeit ≈ 20 min
- Trocknen ≈ 4 h
Die Farbe kriecht von selbst die Salzlinien entlang, das macht den Reiz aus.
Material: Tonkarton (bunt, 220–300 g/m²) (1 Bogen in einer dunklen Farbe), Bastelkleber (lösemittelfrei) (1 Flasche mit Spitze), Salz (Speisesalz) (etwa 1 Tasse), Wasserfarbkasten (1 Kasten), Borstenpinsel (dick) (1)
Rollbild mit Kastanien im Karton
- Alter 3–6 Jahre
- Bastelzeit ≈ 15 min
- Trocknen ≈ 30 min
Das Kind kippt und schwenkt, die Kastanien malen; das gelingt auch Kindern, die ungern selbst malen.
Material: Kastanien (3–5), Schuhkarton (1 (oder ein anderer flacher Karton)), Druckerpapier (weiß) (1–2 Blatt, passend für den Kartonboden), Wasserfarbkasten (1 Kasten), Borstenpinsel (dick) (1), Kinderschere (abgerundet) (1 (Erwachsene))
Alle drei kommen nach Einschätzung der Seite mit 15 bis 20 Minuten Bastelzeit aus. Das Salzbild braucht danach etwa 4 Stunden flach liegend zum Trocknen, die anderen beiden etwa eine halbe Stunde. Für das Rollbild nennt die Projektkarte Plakatfarbe als Alternative mit kräftigeren Spuren.
Nass in nass und Wachs als Abdeckung: zwei Techniken ohne eigene Projektkarte
Zwei klassische Aquarell-Techniken stehen noch nicht als eigenes Projekt in der Datenbank. Deshalb nenne ich hier kein Alter und keine Zeit, nur den Ablauf:
- Nass in nass. Das Papier wird erst mit klarem Wasser bestrichen, dann tupft das Kind Farbe hinein. Die Farbe läuft aus und mischt sich an den Rändern, ohne dass gemalt werden muss. Festes Papier oder Tonkarton wellt sich dabei weniger als Druckerpapier.
- Wachs als Abdeckung. Mit einem hellen oder weißen Wachsmalstift wird ein Motiv aufs Papier gemalt, danach kommt flüssige Wasserfarbe über das ganze Blatt. Wo Wachs liegt, perlt die Farbe ab, und das Motiv erscheint.
- Salz auf nasser Farbe. Anders als beim Salzbild oben kommt hier Salz direkt auf die frisch gemalte, nasse Fläche und bleibt liegen, bis alles trocken ist; danach wird es abgeklopft.
Für die Abdeckung mit Wachs braucht es einen Stift, der sich nicht mit Wasser vermalen lässt. Faber-Castell nennt diese Wachsmalkreide wasserfest; gemeint ist laut Datensatz: nicht wasservermalbar.
- Stifte oder Blöcke im Set 12 Stück
- Form laut Hersteller Dreikant
- Papierummantelung laut Hersteller ja
- Wasserfest laut Hersteller ja
Daten laut faber-castell.de
Mehr Wachsmalstifte nach Herstellerdaten folgen im Vergleich Wachsmalstifte.
Wasserfarbe auf Pappe, Rollen und Salzteig
Der Malkasten taugt nicht nur fürs Blatt. Mehrere Projekte bemalen damit Klopapierrollen, Eierkartons oder getrockneten Salzteig. Hier gilt der Hinweis aus der Tabelle oben: wenig Wasser, sonst weicht die Pappe auf. Die Karte zur Eierkarton-Raupe nennt Plakatfarbe als kräftiger deckende Alternative auf grauer Pappe.
Fledermaus aus der Klopapierrolle
- Alter 3–7 Jahre
- Bastelzeit ≈ 20 min
- Trocknen ≈ 30 min
Die Ohren entstehen durch einfaches Eindrücken der Rolle, ohne Schneiden.
Material: Klopapierrollen (1), Druckerpapier (weiß) (1 Blatt), Wasserfarbkasten (1 Kasten), Borstenpinsel (dick) (1), Kinderschere (abgerundet) (1), Klebestift (1)
Pinguin aus der Klopapierrolle
- Alter 3–7 Jahre
- Bastelzeit ≈ 20 min
- Trocknen ≈ 30 min
Mit Malkasten, Papier und einer Rolle gemacht, ohne extra Bastelpapier.
Material: Klopapierrollen (1), Druckerpapier (weiß) (1 Blatt), Wasserfarbkasten (1 Kasten), Borstenpinsel (dick) (1), Filzstifte (orange und schwarz), Kinderschere (abgerundet) (1), Klebestift (1)
Raupe aus dem Eierkarton
- Alter 3–6 Jahre
- Bastelzeit ≈ 30 min
- Trocknen ≈ 30 min
Ein Eierkarton reicht für zwei Raupen, und das Anmalen der Mulden gelingt auch kleinen Händen.
Material: Eierkarton (Pappe) (1 Karton für 10 oder 12 Eier), Bastelschere (spitz) (1 (für Erwachsene)), Wasserfarbkasten (1 Kasten), Borstenpinsel (dick) (1), Filzstifte (für das Gesicht)
Baumschmuck aus Salzteig
- Alter 3–10 Jahre
- Bastelzeit ≈ 45 min
- Trocknen ≈ 4 h
Wie Plätzchenbacken, nur zum Aufhängen: Mehl, Salz und Ausstecher sind meist schon da.
Material: Mehl (2 Tassen), Salz (Speisesalz) (1 Tasse), Speiseöl (1 Esslöffel), Ausstechformen (einige Formen), Backpapier (1 Bogen), Schaschlikspieße aus Holz (1 (Erwachsene)), Wasserfarbkasten (1 Kasten), Borstenpinsel (dick) (1), Bindfaden oder Paketschnur (etwa 20 cm je Anhänger)
Wie Salzteig gemacht und getrocknet wird, steht bei Salzteig; Ideen mit Rollen bei Basteln mit Klopapierrollen.
Aquarellstifte und Gouache aus der Tube sind Künstlerbedarf
Mit „Aquarell“ ist beim Malen mit Kindern meist der Wasserfarbkasten gemeint; das Materialvokabular der Seite zählt ihn zur Grundausstattung und sucht ihn unter dem Begriff Deckfarbkasten. Nach einer Leitlinie der EU-Kommission gelten Malsachen für Kinder als Spielzeug, hochwertiger Künstlerbedarf wie Aquarellstifte und Gouache in Tuben dagegen nicht. Er muss nur die allgemeine Produktsicherheit erfüllen, nicht die Grenzwerte der Spielzeugrichtlinie. Die Regeln mit Quelle und Datum:
Farben und Stifte: EN 71-3, Schwermetalle, was ist Spielzeug? · geprüft am 19.10.2026
- EN 71-3: 19 Elemente, Kategorien I/II/III — Die Norm EN 71-3 legt Anforderungen und Prüfverfahren für die Migration von 19 Elementen bzw. Stoffgruppen aus Spielzeugmaterialien fest, darunter Aluminium, Blei, Cadmium, Quecksilber, Nickel, Zink und Organozinnverbindungen. Sie unterscheidet Kategorie I (trockene, brüchige, staubförmige oder geschmeidige Materialien), II (flüssige oder haftende) und III (abgeschabte Materialien). EN 71-3 ist eine Norm, keine Rechtsvorschrift. dinmedia.de
- aktuell EN 71-3:2019+A2:2024 — Aktuelle deutsche Ausgabe ist DIN EN 71-3:2025-02 (EN 71-3:2019+A2:2024); diese Fassung ist ebenso wie EN 71-3:2019+A1:2021 als harmonisierte Norm im EU-Amtsblatt gelistet (Stand 14.09.2026). eur-lex.europa.eu
- Blei ≤ 2,0 / 0,5 / 23 mg/kg — Rechtlich verbindlich sind die Migrationsgrenzwerte der Spielzeugrichtlinie, z. B. für Blei 2,0 / 0,5 / 23 mg/kg, Cadmium 1,3 / 0,3 / 17 mg/kg, Quecksilber 7,5 / 1,9 / 94 mg/kg und Chrom (VI) 0,02 / 0,005 / 0,053 mg/kg (jeweils trocken / flüssig-haftend / abgeschabt; RL 2009/48/EG, Anhang II Teil III Nr. 13, konsolidiert 29.08.2026). eur-lex.europa.eu
- „nach EN 71“ = Herstellererklärung; „ungiftig“ kein Rechtsbegriff — Der Aufdruck „nach EN 71“ bedeutet, dass der Hersteller die Einhaltung dieser Normen erklärt; bei harmonisierten Normen gilt das Spielzeug insoweit als konform (Art. 13 RL 2009/48/EG). Mit der Konformitätserklärung übernimmt der Hersteller die Verantwortung, die CE-Kennzeichnung ist Pflicht (Art. 15, 16). Den Begriff „ungiftig“ verwenden weder die Spielzeugrichtlinie noch die neue Spielzeugverordnung; maßgeblich sind die Grenzwerte und die CE-Kennzeichnung. gilt seit 20.07.2011 · eur-lex.europa.eu
- Kinder-Malsachen = Spielzeug; Künstlerbedarf nicht — Malbedarfsartikel gelten nach einer Leitlinie der EU-Kommission als Spielzeug, sofern sie nicht für künstlerische Zwecke bestimmt sind – genannt werden Farbstifte, Fasermaler, Wachsmalstifte, Kreide, Farbe in Tuben zum Spielen und Fingerfarben. Hochwertiger Künstlerbedarf wie Zeichenkohle, Pastellstifte, Aquarellstifte, Gouache in Tuben und vor allem Ölfarben gilt nicht als Spielzeug, muss aber die allgemeine Produktsicherheit erfüllen (Leitlinie Nr. 15, nicht rechtsverbindlich). single-market-economy.ec.europa.eu
- Bastelset mit Spielwert = Spielzeug — Bastelsets für Kinder gelten nach der überarbeiteten Leitlinie Nr. 13 als Spielzeug, wenn der spielerische Umgang mit Material und Werkzeug im Vordergrund steht und nur geringe bis mittlere Fertigkeiten nötig sind; Sets mit Profiwerkzeug oder hoher Feinmotorik (etwa Knüpfen, Sticken) fallen unter die allgemeine Produktsicherheit. Was das Kind selbst bastelt, ist kein Spielzeug im Sinne der Richtlinie (nicht rechtsverbindlich). single-market-economy.ec.europa.eu
- Nicht-Spielzeug: allgemeine Produktsicherheit (GPSR) — Produkte, die nicht als Spielzeug gelten, fallen unter das allgemeine Produktsicherheitsrecht; die Leitlinie Nr. 13 verweist dafür auf die Verordnung (EU) 2023/988 über die allgemeine Produktsicherheit, die seit dem 13. Dezember 2024 gilt. gilt seit 13.12.2024 · single-market-economy.ec.europa.eu
Die Fallstricke
- Ein einziges Wasserglas. Nach drei Farben ist das Wasser braun, und jede neue Farbe wird trüb.
- Zu dünnes Papier. Druckerpapier wellt sich bei nassen Techniken; für Nass in nass und Salz eignet sich Tonkarton besser.
- Saugen statt pusten. Beim Pustebild Jüngere erst ohne Farbe üben lassen, wie die Projektkarte vorschlägt.
- Kastanien und Salz in kleinen Händen. Kastanien sind laut Projektkarte nicht essbar und verschluckbar; das Rollbild beginnt deshalb bei 3 Jahren.
- Zu früh stapeln. Ein Salzbild braucht nach Einschätzung der Seite etwa 4 Stunden, am besten über Nacht.
Was praktisch hilft
- Zwei Gläser Wasser. Eines zum Auswaschen, eines zum Anrühren.
- Küchenpapier neben den Malkasten. Ein kurz abgetupfter Pinsel gibt weniger Wasser ab.
- Dicke Pinsel für Jüngere. Das Materialvokabular führt einen dicken Borstenpinsel als Grundausstattung.
- Erst schauen, was im Haus ist. Der Material-Finder zeigt die Projekte, die mit Malkasten und Vorrat sofort gehen.
Was ich noch nicht weiß
- Welche Malkästen EN 71-3 oder EN 71-7 nennen. EN 71-3 nennt kein Hersteller ausdrücklich; JOLLY nennt EN 71 beim 24er-Kasten, LAMY DIN 5023, siehe Wasserfarbkasten.
- Alter und Zeit für Nass in nass und Wachs. Ohne eigene Projektkarte gibt es dafür keine Einschätzung der Seite.
- Wie gut Wasserfarbe aus Kleidung geht. Das hängt vom Produkt ab und steht, wenn überhaupt, auf der Packung.
Häufige Fragen
Wie malt man mit Wasserfarben mit Kindern?
Am wichtigsten ist die Wassermenge. Die Projektdatenbank von klebegeister.de rührt die Farbe für Pustebilder flüssig an, damit sie sich wegpusten lässt, und für Pappe, Klopapierrollen oder Eierkartons mit wenig Wasser, damit sie deckt und das Material nicht aufweicht. Zwei Gläser Wasser helfen, eines zum Auswaschen und eines zum Anrühren, und ein Stück Küchenpapier zum Abtupfen des Pinsels. Für Jüngere eignet sich ein dicker Borstenpinsel. Festeres Papier wie Tonkarton wellt sich bei nassen Techniken weniger als Druckerpapier.
Wasserfarben Techniken für Kinder
Die Projektdatenbank von klebegeister.de nennt drei Techniken, bei denen die Farbe selbst arbeitet: das Pustebild, bei dem ein Tropfen durch den Strohhalm in Ästen auseinanderläuft, das Salzbild, bei dem flüssige Farbe an einer Linie aus Kleber und Salz entlangwandert, und das Rollbild, bei dem Kastanien durch Farbkleckse im Karton rollen. Pusten und Salz setzt die Seite ab etwa 4 Jahren an, das Rollbild ab 3. Dazu kommen Nass in nass auf angefeuchtetem Papier und Wachs als Abdeckung, für die es noch keine eigene Projektkarte gibt.
Was ist der Unterschied zwischen Aquarell und Wasserfarbe?
Beim Malen mit Kindern ist mit Aquarell fast immer der Wasserfarbkasten gemeint, im Handel oft Deckfarbkasten genannt. Rechtlich wichtiger ist eine andere Grenze: Nach einer Leitlinie der EU-Kommission gelten Malsachen für Kinder als Spielzeug und müssen die Grenzwerte der Spielzeugrichtlinie einhalten. Hochwertiger Künstlerbedarf wie Aquarellstifte oder Gouache in Tuben gilt dagegen nicht als Spielzeug, sondern fällt unter die allgemeine Produktsicherheit. Die Leitlinie ist nicht rechtsverbindlich; im Einzelfall entscheidet die Behörde. Für Kinder liegt deshalb der Malkasten näher als Künstlerfarbe.
Ab welchem Alter Wasserfarben?
Ein festes Mindestalter für Wasserfarben gibt es in der Faktendatei von klebegeister.de nicht; Altersangaben auf Malkästen stammen vom Hersteller. Die Projektdatenbank der Seite setzt die meisten Wasserfarben-Projekte ab 3 oder 4 Jahren an, als Einschätzung, nicht als Norm, etwa das Rollbild mit Kastanien ab 3 und das Pustebild ab 4. Jüngere Kinder brauchen beim Malkasten vor allem Hilfe mit dem Wasser, weil zu viel davon das Papier aufweicht. Für Kinder unter 3 schlägt die Datenbank eher Malen mit Wasser draußen oder Fingerfarbe im Zipbeutel vor.
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